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Future Acheologie

The Archiv der Zukunft pavilion constitutes another living vessel in Gelb’s ecosystem. Its glass and steel behave like membranes, filtering and transmitting, never enclosing. Reflections leak outward, images seep inward, and sound circulates through air and structure alike. Architecture becomes part of the work’s metabolism, reinforcing what unfolds; an environment in formation. The question of when the work comes to life is rendered obsolete within this expanded milieu. Sculpture refracts into projection, video thickens into surface, architecture turns membrane, resonating with the activating performance by Edith Buttingsrud Pedersen and Susi Gelb, with music by Enyang Ha.
Edith Buttingsrud Pedersen’s choreography, in front of the Archiv der Zukunft, unfolds as a study of how bodies situate themselves within shifting dimensions of space and time. Movements expand and contract, occasionally aligning in shared rhythm before drifting apart. The slowness of repetition produces subtle alterations, making visible how even minimal gestures transform the square they traverse. Scale shifts between minute detail and expansive motion. The collaboration of Susi Gelb with Edith Buttingsrud Pedersen, Enyang Ha, and dancers Giada Grieco and Roberta Ricci suggests that corporeality is never solely present,always threaded with pasts and futures. At its culmination, the performers entwine into a six- armed organism: porous and provisional, shimmering across human and more-than-human registers. The composite body emerges from earth toward water, submerges, and dissolves. All that remains is ripple: presence evaporated into matter, a temporal trace absorbed into the site’s strata.
What the performance articulates is less spectacle than proposition. Animacy spreads across agents, unbound from a single body or medium; the activation rehearses provisional arrangements, testing how humans, non-humans, materials, and data can become otherwise, together. Entering Gelb’s environment is like stepping into a procession of unstable hybrids: breathing sculptures, leaking images, bodies rooting in soil while entangled with data. Within her work, a temporary intelligence forms – not the artificial kind that calculates, but a relational one, fragile and contingent, assembled in the gaps between agents.
At the Archiv der Zukunft Susi Gelb folds into an archive of the future, where form remains porous, perpetually recomposing itself through time, matter and relation.
Text: Lydia Antoniou


Der Pavillon Archiv der Zukunft bildet ein weiteres lebendiges Gefäß in Gelbs Ökosystem. Sein Glas und sein Stahl verhalten sich wie Membranen: filternd und übertragend, niemals einschließend. Spiegelungen sickern nach außen, Bilder dringen nach innen, und Klang zirkuliert gleichermaßen durch Luft und Struktur. Architektur wird Teil des Stoffwechsels des Werks, verstärkt das, was sich entfaltet – eine Umgebung im Werden. Die Frage, wann das Werk zum Leben erwacht, wird in diesem erweiterten Milieu obsolet. Skulptur bricht sich in Projektion, Video verdichtet sich zur Oberfläche, Architektur wird zur Membran und resoniert mit der aktivierenden Performance von Edith Buttingsrud Pedersen und Susi Gelb, mit Musik von Enyang Ha.
Edith Buttingsrud Pedersens Choreografie vor dem Archiv der Zukunft entfaltet sich als Studie darüber, wie Körper sich in verschiebenden Dimensionen von Raum und Zeit verorten. Bewegungen dehnen und verdichten sich, finden sich gelegentlich in gemeinsamem Rhythmus, bevor sie wieder auseinanderdriften. Die Langsamkeit der Wiederholung erzeugt subtile Veränderungen und macht sichtbar, wie selbst minimale Gesten den Platz, den sie durchqueren, transformieren. Der Maßstab wechselt zwischen minutiösem Detail und ausgreifender Bewegung. Die Zusammenarbeit von Susi Gelb mit Edith Buttingsrud Pedersen, Enyang Ha sowie den Tänzerinnen Giada Grieco und Roberta Ricci legt nahe, dass Körperlichkeit niemals ausschließlich gegenwärtig ist, sondern stets mit Vergangenheiten und Zukünften verwoben. In ihrem Höhepunkt verschlingen sich die Performerinnen zu einem sechsarmigen Organismus: porös und provisorisch, schimmernd zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Registern. Der zusammengesetzte Körper erhebt sich von der Erde zum Wasser, taucht unter und löst sich auf. Zurück bleibt nur eine Wellenbewegung: Präsenz, in Materie verdampft, eine zeitliche Spur, die in die Schichten des Ortes aufgenommen wird.
Was die Performance artikuliert, ist weniger Spektakel als vielmehr eine Setzung. Beseeltheit verteilt sich auf Handlungsträger, gelöst von einem einzelnen Körper oder Medium; die Aktivierung probt provisorische Anordnungen und erprobt, wie Menschen, Nicht-Menschen, Materialien und Daten gemeinsam anders werden können. Gelbs Umgebung zu betreten gleicht dem Eintritt in eine Prozession instabiler Hybride: atmende Skulpturen, auslaufende Bilder, Körper, die im Boden wurzeln und zugleich mit Daten verwoben sind. In ihrem Werk formiert sich eine temporäre Intelligenz – nicht die künstliche, die berechnet, sondern eine relationale, fragile und kontingente, zusammengesetzt in den Zwischenräumen der Akteur*innen.
Im Archiv der Zukunft schreibt sich Susi Gelb in ein Archiv der Zukunft ein, in dem Form porös bleibt und sich durch Zeit, Materie und Beziehung beständig neu zusammensetzt.
Text: Lydia Antoniou



Kunst Raum Vision is a 3-day festival curated by the Bayerische Akademie der Schönen Künste, presented by Friedrich-Baur-Stiftung.
Kunst Raum Vision ist ein dreitägiges Festival, kuratiert von der Bayerische Akademie der Schönen Künste und präsentiert von der Friedrich-Baur-Stiftung.

​Performance by Performance von 
Edith Buttingsrud Pedersen x Susi Gelb

Dancers Tänzerinnen
Giada Grieco, Roberta Ricci, Edith Buttingsrud Pedersen

Music Musik
Enyang Ha

Video art Video Kunst
Susi Gelb

Archiv der Zukunft Lichtenfels, 26.09.25

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